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32 Begriffe

Finanz-Glossar

In unserem Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe rund um Girokonten, Bankkarten, digitales Banking und Finanzen — verständlich, praxisnah und ohne Fachchinesisch.

Die Inhalte richten sich an alle, die ein Girokonto suchen, wechseln oder besser verstehen möchten.

Kontoarten (5)

Girokonto

Ein Girokonto ist ein Bankkonto für den täglichen Zahlungsverkehr. Es ermöglicht Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge und Kartenzahlungen. In Deutschland hat fast jeder Erwachsene mindestens ein Girokonto.

Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto ohne feste Laufzeit. Das Geld ist jederzeit verfügbar. Es eignet sich als Notgroschen oder kurzfristige Geldanlage. Die Zinsen sind variabel und können sich jederzeit ändern.

Gemeinschaftskonto

Ein Gemeinschaftskonto ist ein Girokonto mit zwei oder mehr Kontoinhabern. Typisch für Paare oder WGs. Beide Inhaber haben vollen Zugriff und haften gemeinsam. Nicht jede Bank bietet kostenlose Gemeinschaftskonten an.

Geschäftskonto

Ein Geschäftskonto trennt geschäftliche von privaten Finanzen. Für GmbHs und UGs ist es Pflicht, für Selbstständige und Freiberufler empfehlenswert. Geschäftskonten sind oft teurer als Privatkonten.

Unterkonto / Pocket

Ein Unterkonto (auch Space, Pocket oder Vault) ist ein virtuelles Konto innerhalb des Hauptkontos. Es hilft, Geld für verschiedene Zwecke zu trennen — etwa für Miete, Sparen oder Urlaub. Manche Unterkonten haben eigene IBANs.

Kosten & Gebühren (4)

Kontoführungsgebühr

Die Kontoführungsgebühr ist der monatliche Grundpreis für ein Girokonto. Sie kann 0 Euro (kostenlos) bis über 10 Euro betragen. Manche Banken erlassen die Gebühr bei regelmäßigem Geldeingang.

Dispozins

Der Dispozins (Dispositionskredit-Zins) fällt an, wenn das Girokonto überzogen wird. Er liegt typisch zwischen 7 und 14 Prozent pro Jahr. Der Dispo sollte nur kurzzeitig genutzt werden, da er sehr teuer ist.

Fremdwährungsgebühr

Die Fremdwährungsgebühr (auch Auslandseinsatzentgelt) wird bei Kartenzahlungen oder Abhebungen in fremder Währung berechnet. Typisch sind 1,5–1,75 % des Betrags. Einige Neobanken wie Revolut oder Wise berechnen keine Fremdwährungsgebühr.

Mindestgeldeingang

Manche Banken verlangen einen monatlichen Mindestgeldeingang (z. B. 700 Euro), damit das Konto kostenlos bleibt. Wird die Bedingung nicht erfüllt, fallen Kontoführungsgebühren an. Gehaltseingänge zählen in der Regel automatisch.

Karten (3)

Girocard

Die Girocard (ehemals EC-Karte) ist die klassische deutsche Bankkarte. Sie funktioniert an allen Geldautomaten und im Einzelhandel. Für Auslandszahlungen ist sie nur bedingt geeignet, da sie außerhalb Deutschlands oft nicht akzeptiert wird.

Debitkarte

Eine Debitkarte (Visa Debit oder Mastercard Debit) belastet das Konto sofort bei jeder Zahlung. Sie wird international akzeptiert und ersetzt bei vielen Direktbanken und Neobanken die klassische Girocard.

Kreditkarte

Eine echte Kreditkarte (Visa Credit oder Mastercard Credit) sammelt Zahlungen und bucht sie gesammelt am Monatsende ab. Manche bieten zinsloses Zahlungsziel oder Teilzahlung. Bei Girokonten ist sie oft kostenpflichtig.

Bargeld (3)

Cash Group

Die Cash Group ist ein Zusammenschluss von Commerzbank, Deutscher Bank, HyperVereinsbank und Postbank. Kunden dieser Banken können an ca. 9.000 Geldautomaten kostenlos Geld abheben.

CashPool

Der CashPool ist ein Geldautomaten-Verbund von u. a. Targobank, Santander und Sparda-Banken. Er bietet rund 3.000 Automaten in Deutschland für kostenlose Bargeldabhebungen.

Bargeldeinzahlung

Bargeldeinzahlung beschreibt die Möglichkeit, Bargeld auf das eigene Konto einzuzahlen. Filialbanken bieten das am Schalter, Direktbanken oft über Partnernetze im Einzelhandel (z. B. REWE, Penny). Viele Neobanken bieten keine Einzahlungsmöglichkeit.

Digital Banking (5)

Apple Pay

Apple Pay ist ein mobiler Bezahldienst von Apple. Damit lässt sich per iPhone oder Apple Watch kontaktlos bezahlen — ohne physische Karte. Die meisten modernen Girokonten unterstützen Apple Pay.

Google Pay

Google Pay ist der mobile Bezahldienst von Google für Android-Geräte. Ähnlich wie Apple Pay ermöglicht es kontaktloses Bezahlen per Smartphone. Die Verbreitung bei deutschen Banken wächst stetig.

Echtzeitüberweisung

Eine Echtzeitüberweisung (Instant Payment) wird innerhalb von Sekunden ausgeführt — rund um die Uhr, auch an Wochenenden. Seit 2025 sind Echtzeitüberweisungen in der EU für alle Banken verpflichtend.

TAN-Verfahren

Ein TAN-Verfahren dient zur Autorisierung von Überweisungen und anderen Banking-Aktionen. Gängige Verfahren: Push-TAN (App-Benachrichtigung), Photo-TAN (QR-Code scannen) und chipTAN (Kartenlesegerät).

Wero

Wero ist ein europäisches Echtzeit-Bezahlsystem, das P2P-Überweisungen per Handynummer oder E-Mail ermöglicht. Es wird seit 2024 schrittweise von deutschen Banken eingeführt und soll langfristig PayPal und Paydirekt ersetzen.

Banktypen (3)

Direktbank

Eine Direktbank betreibt keine Filialen und bietet alle Services online an. Durch den Wegfall der Filialkosten sind Direktbanken oft günstiger. Beispiele: DKB, ING, comdirect, Consorsbank.

Neobank

Eine Neobank ist eine rein digitale Bank, die primär per Smartphone-App funktioniert. Neobanken sind oft jünger und bieten innovative Features wie Unterkonten, Cashback oder Krypto-Handel. Beispiele: N26, C24, Trade Republic, Revolut.

Filialbank

Eine Filialbank betreibt physische Geschäftsstellen, in denen Kunden persönlich beraten werden. Filialbanken sind oft teurer, bieten dafür aber persönlichen Service. Beispiele: Sparkassen, Volksbanken, Deutsche Bank, Commerzbank.

Sicherheit (4)

Einlagensicherung

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis 100.000 Euro pro Person und Bank. In Deutschland greift der Schutz über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) oder das Institutssicherungssystem der Sparkassen und Volksbanken.

E-Geld-Institut

Ein E-Geld-Institut ist kein klassisches Kreditinstitut, sondern ein Unternehmen mit E-Geld-Lizenz. Es gibt keine Einlagensicherung bis 100.000 Euro — stattdessen werden Kundengelder getrennt verwahrt (Safeguarding). Beispiele: Wise, Monese.

BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister in Deutschland. Eine BaFin-Lizenz garantiert, dass eine Bank reguliert ist und der Einlagensicherung unterliegt.

Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Zwei-Faktor-Authentifizierung bedeutet, dass für den Zugang zum Online-Banking zwei verschiedene Nachweise nötig sind — z. B. Passwort plus Fingerabdruck oder Push-TAN. Das erhöht die Sicherheit erheblich.

Vergleich & Bewertung (5)

Kontowissen-Score

Der Kontowissen-Score ist unsere hauseigene Bewertung von Girokonten auf einer Skala von 1,0 (sehr gut) bis 5,0 (mangelhaft). Er basiert auf 6 gewichteten Kategorien: Kosten (30 %), Bargeld (25 %), Bedienbarkeit (20 %), Sicherheit (15 %), Ausland (5 %) und Service (5 %).

So testen wir — unsere Methodik →

Kontowechselservice

Der Kontowechselservice ist eine gesetzlich geregelte Dienstleistung (Zahlungskontengesetz). Die neue Bank übernimmt automatisch alle Daueraufträge und informiert Zahlungspartner über die neue IBAN. Der Wechsel dauert in der Regel 5–10 Werktage.

IBAN

Die IBAN (International Bank Account Number) ist die internationale Kontonummer. In Deutschland besteht sie aus 22 Zeichen: DE + 2-stellige Prüfziffer + 8-stellige Bankleitzahl + 10-stellige Kontonummer. Sie wird für alle Überweisungen im SEPA-Raum benötigt.

SCHUFA

Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) speichert Daten zur Kreditwürdigkeit. Bei der Kontoeröffnung prüfen die meisten Banken den SCHUFA-Score. Einige Neobanken verzichten auf die SCHUFA-Prüfung.

Glossar wird erweitert

Dieses Glossar wird nach und nach erweitert. Wenn dir ein Begriff fehlt oder du dir eine Erklärung wünschst, schreib uns gerne.